Wie ihr sicherlich wisst, ist die Lage in Japan und besonders in Sendai sehr angespannt: Aus Fukushima kommen keine genaueren Nachrichten über eine mögliche Kernschmelze und deren aktuellen Ausmaße. Die Japanische Regierung schweigt sich aus und übermittelt nur noch spärlich Informationen. Auch über die Schäden von Sendai im Stadtkern wird nur spekuliert und man wüsste noch nicht wie hoch der Schaden sei!
Für uns Schüler ist es schwierig an Information zu gelangen. Zurzeit bedienen wir uns von Internerplattformen wie Twitter, Youtube oder Facebook. Direkte Kontaktaufnahme gestaltet sich für uns als schwierig. In Japan ist Facebook nicht so verbreitet wie bei uns. Die Japaner nutzen für ihr Land ihr eigenes Soical Network namens mixi.jp.
Sofort probierten wir uns in den japanischen Dienst anzumelden. Leider vergebens, da wir nicht im Besitz von einem japanischen Handy sind.
Somit bleiben uns nur die Möglichkeit der E-Mail und das Hoffen auf Antworten bei Facebook. Heute erreichte uns eine kurzverfasste Nachricht von Yosuke Ohkoshi:
dear Steffen thank you so much. Iand My family are safe.
Die Nachrichten bekamen wir von Steffen´s Gastbruder, um 06:13 deren Ortzeit. Ungewissheit macht sich in unseren Köpfen breit. Manche Gastfamilien von uns lebten am Meer und übten Berufe am Meer aus. Rick´s Tochter, ein Betreungslehrer des Japanaustausch, berichtete uns gestern Abend, dass die Schüler der Sendai Shokei Schule unversehrt geblieben sind. Dennoch hätte sie aktuell kein Kontakt mehr zu ihrem Vater gehabt.
Ihre Tochter trifft es sehr hart. Letzte Nacht konnte sie vor Sorge um ihre Familie kaum schlafen. Sie lebe nämlich zurzeit in Amerika und weiß genauso wenig wie wir.
Um 15:41 (unserer Zeit) bekamen wir eine Nachricht von Nana Kimura, die das Glück hat über ihr Handy ins Internet zu gehen:
We can't get communication in Japan. And I think that it without the charge of the cellphone. But I was able to contact it miraculously.To Natsumi Nanami Moe! They and their family are safe! I wish many people's safe.
Aus diesen Worten entnehmen wir, dass Kommunikation sich in Japan zurzeit als sehr schwierig gestaltet. Auch zukünftlich gesehen! Dennoch nehmen wir aus diesen Worten die Hoffnung, dass unsere Freunde und Bekannte am Leben sind und sich bestimmt in Sicherheit befinden.
Hilflosigkeit macht sich in uns breit: Und immer wieder stellt sich die Frage wie wir helfen können! Denn zurzeit können wir nur hoffen und beten:
"Auch wenn die Welt verrückt spielt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Zu glauben hat schon manchen Berg versetzt." Quelle: Wise Guys
In diesem Sinne wünschen wir unseren Freunden den Japanern alles Gute für die gegenwärtige Nacht!
Wie wir heute erfahren haben, gab es ein sehr schweres Erdbeben unweit von Sendai im pazifischen Ozean. Auf das Erdbeben folgte ein schwerer Tsunami mit einer Höhe von ca. 10m, der weit (1 km und mehr) in Landesinnere hervorstieß. Obwohl Japan generell sehr gut auf Erdbeben vorbereitet ist, gab es wahrscheinlich schon tausende Todesopfer durch den Tsunami.
Vorweg gesagt: Vielen Japanern unseres Austausches geht es laut facebook gut. So konnten wir von Yuki, Kotono, Nana und Ayaka (Shibuya) schon Rückmeldungen über facebook erhalten. Auch Rick und seiner Frau bzw. seinem Sohn geht es gut nach Auskunft seiner Schwester. Die meisten unserer Austauschschüler sind also in Sicherheit soweit, können jedoch teilweise (wie Kotono) noch nicht wieder nach Hause zurückkehren, was wahrscheinlich mit dem Zusammenbruch der Infrastruktur zusammenhängen wird.
zerstörte Infrastruktur Bild: (c) by Welt.de
Über diesen Link erreicht ihr den Google Person-finder. Dieser soll es ermöglichen vermisste Personen wiederzufinden anhand von Vor- und Zuname.
NHK-WORLD berichtete wie folgt:
Das Erdbeben (mittlerweile schon unter dem Namen "Sendai-Erdbeben" bekannt, dass einen Rekordwert von 9,8 auf der Richter-Skala erreichte, betraf die Stadt unserer Austauschschule wohl am stärksten. Bilder aus Sendai hab ich jetzt noch nicht direkt gesehen, jedoch hab ich eine Webcam gefunden, die zum Zeitpunkt des Bebens online war. Der Link zeigt eine Animation aus den letzten Bildern dieser Kamera. Außerdem fand ich noch Webcam von einem Waschsalon und - als einzige mit einem Livebild - die eines Kindergartens. Letztere ist jedoch zurzeit weniger spannend aufgrund der Uhrzeit.
Restaurant kurz nach dem Erdbeben (c) by opentopia.com
Da das Beben um 14:46 Uhr Ortszeit - 6:45 Uhr unserer Zeit stattfand, ist damit zu rechnen, dass die meisten Japaner in der Schule oder bei der Arbeit waren, als die ersten Erdstöße sie erreichten.
Allein am Strand von Sendai sind laut dpa mindestens 200-300 Tote gefunden worden. Es ist natürlich damit zu rechenen, dass die Zahl der Opfer in Sendai wesentlich höher ausfallen wird. Das legt auch nahe, dass viele Schüler - solang sie nicht selbst betroffen sind - Schweres nun durchmachen müssen. Ihnen gilt unser Mitgefühl.
Viele Japaner verbringen die Nacht in notdürftigen Unterkünften Bild : (c) by Welt.de
Gleichzeitig hoffen wir, dass unseren japanischen Freunde weitgehend verschont geblieben sind von dem Beben. Sollten sich noch weitere Leute bei uns melden, werden wir dies natürlich hier im Blog posten.
Speziell zur Situation in Sendai berichtet hier das japanische Auslandsfernsehen NHK-World:
Wir hoffen, dass sich die Schäden - sowohl persönlicher als auch materieller Natur - in Japan möglichst gering halten und das alle Menschen an einen sicheren Ort gelangen können.
Ich persönlich rechne nicht damit, dass der Austausch am nächsten Freitag wie geplant von Statten gehen kann, da das Unglück (das immerhin das schwerste seit mindestens 140 Jahren für Japan war) zuerst einige Zeit benötigt. So sollte es erst einmal wichtig sein in Erfahrung zu bringen, ob alle Austauschteilnehmer wohlauf sind.
Wenn ihr noch weitere Informationen habt, macht bitte einen Kommentar unter diesem Artikel oder schreibt es bei facebook, sodass wir alle auf dem neuesten Stand sind.
Heute geht es zurueck! Auf, auf und zurueck nach Stade. Um 5.30 (in 20 min.) Treffen wir uns alle, um dann geschlossen zum Bahnhof Tokio und nach Narita zu fahren.
Gestern haben wir eine Bootstur gemacht und waren shoppen und in traditionellen Souvenirlaeden. Den Blogeintrag holen wir dann demnaechst nach.
Jetzt liegt erstmal ein netter Flug vor uns:)
Sayonara
und danke fuers verfolgen unseres Blogs an alle fleißigen Leser, was aber noch nicht heißen soll, dass es in den laufenden Tagen keine weiteren Informationen geben wird ;)
Heute stand die Stadtfuehrung der schoensten und interessantesten Sehenswuerdigkeiten der Weltmetropole Tokyo an!
Nach einem Kampf gegen die Muedigkeit beim morgenlichen Aufstehen ging es um 8 Uhr los. Einige von uns sahen mehr oder weniger verschlafen aus, sodass die Meinungen zu einer Sightseeing-Tour in Tokio sehr unterschiedlich aussahen.
Zum Weg zur S-Bahn wurden dann erstmal jegliche Kommentare zum morgenlichen Aufstehen ausgetauscht:
"Ihr sieht alle so fertig aus", " So ein leckeres Fruehstueck mit einem Kaffee wuerde Wunder bewirken" oder "Sehen meine Haare wirklich so scheisse aus, hatte namlich keine Zeit mehr meine Haare zu foehnen"
An unserer Zielstation angelangt, erwartete uns Herr Imada schon - kurz und schnell berichtete er uns welche Sehenswuerdigkeiten uns erwarten werden:
Die Rainbow-Bridge, der grosse Buddha, kleine Shoppingstrassen und der Pazifik...
Zuerst stand die Rainbowbridge von Tokio an:
Kurze Fakten:
Querung von
Bucht von Tokio
Konstruktion
Hängebrücke
Gesamtlänge
798 m
Längste Stützweite
570 m
Konstruktionshöhe
127m
Höhe
60 m
Fertigstellung
1993
Wir ueberquerten die Bruecke zu Fuss. Viele mit gemischten Gefuehlen, da man mit der Hoehenangst zu kaempfen hatte, andere wiederum genossen die wunderbare Aussicht, bei grandiosem Wetter und guter Sicht auf die Tokyo Bay:
Die Rainbowbridge von der Seite
Nach der einstuendigen Ueberquerung der Bruecke legten wir eine Verschnaufspause ein und genossen den Sonnenschein, bei ca. 40 Grad.
Nun war es Zeit fuer eine kleine Mittagspause: Wasser aus dem Wasserhahn des Hotels und nichtbelegte Toats - Denn es musste ja Geld fuer das Shoppen eingespart werden.
Zurueck auf die andere Seite nahmen wir die Monorailbahn, die uns schnell wieder zur Tokio-Station brachte. Von hier aus fuhren wir ca. 55 min. lang in die Stadt Kamakura.
Nun bekamen wir eine Freizeit in der wir Essen konnten, was wir wollten. Von "Maccodonaldo" bis Tajaki war alles dabei.
Naechster Programmpunkt war der grosse Buddha am Stadtrand von Kamakura. Ein Bus brachte uns dorthin.
Clara vor dem grossen Buddha
In Kamakura war wunderschoenes Wetter, die Sonnenstrahlen schienen traumhaft durch die Aeste, so dass auf dem Platz des Buddhas schoene Lichtverhaeltnisse waren.
Auch Clara hatte die Moeglichkeit JCC fortzusetzen:
und im Buddha:
Nach dem Kauf einiger Souveniers, gingen wir eine Strasse mit vielen Geschaeften herab zu einem kleinen Bahnhof namens Hase.
Ein kleiner auf Retro getrimmter ueberfuellter Zug brachte uns schliesslich an den Pazifik:
Wir gingen einige hundert meter den Strand entlang bis zu einem Anleger von dem aus wir die Sonne hinter dem Fuji verschwandt:
Herr Imada fuehrte uns zurueck zu unserem Hotel und wir teilten uns dort auf. Einige gingen zum Karaoke: Clara, Sophie, Mareike, Janina, Levke, Kathrin, Paddy, Marten und Arne. Die Uebrigen blieben im Hotel.
Morgen ist unser letzter Tag in Japan. Wir koennen es noch gar nicht glauben, dass diese wunderbare Zeit schon vorbei ist.
Trotzdem freuen wir uns darauf morgen Up- und Downtown von Tokio zu entdecken.
Heute stand die Besichtigung des Mitsubishi-Werks auf dem Plan.
Die Fabrik in der Stadt Kawasaki erreichten wir mehr oder weniger bequem (Berufsverkehr) mit der S-Bahn.
Kurz vor dem Werkstor holten einige von uns das Fruehstueck notduerftig in einer "franzoesichen" Baeckerei nach.
Herr Takahashi, unser Guide auf der Werkstour, zeigte uns erst eine Praesentation ueber die Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation, der Nutzfahrzeugsparte von Mitsubishi, die LKW, Busse und andere Nutzfahrzeuge herstellt. Aus dem japanischen uebersetzt ins Englische wurde das gesprochende von seiner Kollegin, es war jedoch schwer zu verstehen.
Herr Takahashi und Uebersetzerin
Indem Werk in Kawasaki werden verschiedene Variationen des Mitsubishi Canter hergestellt.
Wir sahen uns bei unserem Rundgang eine komplette "Assembly Line" eines grossen- und eines mittleren Modells an. Diese hatte eine Laenge von ca. 350m. Auf dieser Strecke fanden statt: Die Hochzeit (Zusammenkommen von Motor und Karosserie), das Heraufsetzen des vormontierten Fuehrerhauses und die Verkabelung alle Elektronik inkl. Bremsen.
Nach diesen 300 Metern war der Truck bereits fahrtuechtig, es fehlte lediglich die entsprechende Personalisierung (Vom Tanklaster bis zum Transport-LKW ist alles moeglich).
Nach dieser "Assembly-Line" gingen zu jener fuer die Motoren. Auch hier wurden verschiedene Motoren gefertigt. Von "low-" bis "Heavy-Duty" wogen die Maschinen 0,8 bis 2t oder mehr. Viele dieser Motoren werden direkt im Werk verbaut, einige jedoch auch exportiert oder in ein anderes Mitsubishi-Werk gebracht.
Fotos waren waehrend der Produktion nicht erlaubt, wir haben uns aber mit Mitsubishi-Infomappen eingedeckt.
Zum Abschluss unserer Fuehrung hatten wir die Moeglichkeit Herrn Takahaschi einige Fragen zu stellen. Wir erfuhren zum einen, dass er frueher Radio-DJ war, zum anderen aber auch das Motto mit dem Mitsubishi seine Arbeiter motivieren moechte "All for you" ist. Das soll bedeuten, dass der Arbeiter sich umsorgt fuehlt (bsp. Mittagessen und viele, aber kurze, Pausen) und sich somit um nichts sorgen machen muss und damit seiner Arbeit ungestoert nachgehen kann.
Auf die Frage, ob die Mitarbeiter etwas miteiontscheiden duerfen (bzw nach einem Betriebsrat), kam, nach der Uebersetzung, ein leichtes Schmunzeln von ihm zutage. Bei Mitsubishi gibt es zwar einzelne Programme, die Mitarbeiter einbinden, um bsp. die Produktivitaet zu steigern, einen Betriebsrat jedoch nicht.
Gemiensam mit unseren gesammelten Eindruecken fuhren wir mit der S-Bahn nach Shibuya, dem Downtown von Tokio. Hier teilten wir uns an der Bahn-Station in zwei Gruppen auf, um auf eigene Faust das Gebiet um die Bahnhofsmall zu erkunden und uns ein Mittagessen zu suchen.
Meine Gruppe ging, nachdem wir etwas in einem Reaturant, in dem man mit einem Automaten bezahlt, gegessen hatten, in einige Geschaefte und spaeter zum Karaoke. Der Raum war super eingerichtet, super grosser Fernseher, gute Musikauswahl, jedoch waren 850 Yen pro Person schon ziemlich happig. 400 Yen davon ruehren von einem Drink her, den wir (anscheinend, oder die Empfangsdame hat uns Touris trotz ihres schlechten Englisch verarschen wollen) nehmen mussten um Karaoke zu singen.
Nach dem Ende dieser Freizeit (so gegen 17 Uhr) gingen wir in ein Viertel namens Harajuku. Dieses ist fuer seine auf Jugendliche ausgerichteten Geschaefte bekannt. Das stimmte auch. Es gab einen H&M, einen Adidas-Store, ein grosses Kaufhaus und viele moderne Geschaefte. Meist waren diese jedoch sehr teuer.
Auch hier teilten wir uns in Gruppe auf. In der Naehe des Adidas-Stores spielte ein Jazz-Trio und beschallte damit praktisch den gesamten Bereich:
Nach dem wir diesem weniger japanischen, jedoch, wie wir finden, echt beeindruckendem Auftritt in mitten eines Shopping-Viertels zugehoert hatten, gingen wir weiter in ein paar andere Geschaefte. U.a. ein Hutladen, ein kleiner ueberfuellter traditioneller japanischer Schmuckladen, ein Condom-Scherzartikel-Laden und ein T-Shirt Geschaeft.
Nach diesen Abwechslungreichen 3 Stunden Shopping gingen wir mit der gesamten Gruppe zurueck zum Bahnhof, machten aber vorher einen laengeren Halt beim Audi-Forum, und stiegen dan in unsere S-Bahn nach Asakusabashi. Was wir zuerst nicht verastanden: Nur die ersten beiden Waggons fuhren nach Asakusabashi, die anderen zueruck. Zum Glueck ging alles gut und nach einer Aufgiesssuppe kann ich nun hier den Blog schreiben.
Der Tag war sehr ereignisreich und zu alt werden wir heute wohl nicht mehr ;)